WOHN-ZIMMERBONSAI - Bonsai Centrum Hannover

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WOHN-ZIMMERBONSAI

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WAS IST BONSAI?
Bonsai heißt: Baum im Topf. Bonsai sind keine Zuchtformen, sondern normale Gehölze, die nicht genetisch verändert wurden. In einer flachen  Bonsaischale wird ein gewisser Zwergwuchs erzielt; durch ein gezieltes und regelmäßiges Schneiden kann ich das Wachstum begrenzen, lenken und sie buschiger machen. Mit Hilfe des Drahtens werden besondere Formen herausgearbeitet.

WELCHER STANDORT?
Abhängig von der geografischen Herkunft einer Pflanze und ihren damit verbundenen Klimaansprüchen lassen sich folgende Gruppen von Bonsai unterscheiden:
- tropische, wohnraumtaugliche Zimmerbonsai
- subtropische, nur eingeschränkt zimmertaugliche und
- reine Freilandbonsai                                                                                                                                            

TROPISCHE ZIMMERBONSAI                                                                                                        
Botanischer Name          Deutscher Name                                  

Ficus microcarpa            Lorbeerfeige                                         Ficus retusa                  Chinesische Feige
Ficus indica                   Indische Feige
Ficus retusa 'Panda'        Pandafeige
Ficus benjam. 'Natascha'  Birkenfeige
Ficus benjam. 'Pandora'   Zwerg-Birkenfeige
Portulacaria afra            Jadebaum
Murraya paniculata         Orangenjasmin
Myrciaria cauliflora         Jaboticaba (= tropische Kirschmyrte)


Es gibt natürlich noch weitere, in den Tropen produzierte, ganzjährig wärmeliebende Bonsaiarten, die sich aber in der Praxis als auf einige Jahre gesehen deutlich zu anspruchsvoll, z.B. hinsichtlich Luftfeuchtigkeit, Wärme und Licht erwiesen haben. Sie brauchen zum dauerhaften Gedeihen ein vollklimatisiertes und ausgeleuchtetes Gewächhaus und sind deshalb vor allem für Anfänger vollkommen ungeeignet. Beispiel: Fukientee, den ich seit Jahrzehnten nicht mehr anbiete, weil ich glückliche Kunden haben möchte...

Diese Zimmerbonsai sind zwar auch von Natur aus nicht unbedingt für unser Wohnraumklima geschaffen (trockene Luft, fehlende Temperaturabsenkungen und Lichtmangel), von allen Gehölzarten aber am besten dafür geeignet  und nach einer gewissen  Akklimatisierungszeit wirklich pflegeleicht. Die Wahl des richtigen Standortes ist dabei von größter Bedeutung: der hellste Platz ist der richtige, also direkt auf der sonnigen Fensterbank oder in unmittelbarer Fensternähe, keinesfalls hinter einer Gardine, in der Ecke oder gar einige Meter hinten im Raum!!! Für alle Zimmerbonsai gilt:auch Fensterplätze in Räumen mit einem darüberliegenden Balkon können auf Dauer zu schattig sein. Zimmerbonsai sollten in jedem Fall 14tägig um 180 Grad gedreht werden, damit sie sich gleichmäßig entwickeln. Übrigens: je wärmer es ist, desto mehr Licht brauchen Pflanzen. Moderne Iso-Glasfenster filtern aber leider oft einen für Pflanzen wertvollen Teil des Tageslichts heraus, so dass diese vor allem in der lichtarmen Zeit im Winter, aber auch in den besonders heißen Hochsommerwochen sogar direkt auf einer Fensterbank noch unter einem sehr ungünstigen Temperatur-Licht-Verhältnis leiden können. In solchen Fällen – erkennbar durch plötzlichen Blattverlust und schwache, gelbliche Neuaustriebe – hilft es in der Regel schnell, die Pflanze vorübergehend in einem etwas kühleren Raum aufzustellen oder sie zusätzlich mit          geeigneten Lampen zu beleuchten.
Im Sommer ist generell bis Ende August (nicht länger!) ein halbschattiger Platz im Freien (optimal im Garten) empfehlenswert, weil hier Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ein ideales Wachstum mit kleineren Blättern garantieren!

KUNSTLICHT
Selbstverständlich kann fehlendes Tageslicht ganz oder teilweise durch eine künstliche Beleuchtung ersetzt werden. Echte Pflanzen-Wachstumslampen (Quecksilber- oder Natriumdampflampen) sind gut, aber teuer in der Anschaffung und im Stromverbrauch. Energiesparlampen (ca. 20 W) oder Leuchtstofflampen sind, wenn sie in 50 bis 80cm Entfernung montiert sind, eine gute Alternative. Die Beleuchtungsdauer pro Tag sollte – vor allem, wenn kaum Tageslicht vorhanden ist, 12 bis 15 Stunden nicht unterschreiten, kann aber beliebig aufgeteilt werden (Zeitschaltuhr!).

LUFTFEUCHTIGKEIT
Tropische Pflanzen brauchen zwar Wärme, leiden aber fast alle
unter sehr trockener Luft. Während der Heizperiode ist die Luft
in Wohnräumen oft wirklich trocken,was durch gelegentliches
Sprühen kaum besser wird. Stressfreier ist für Zimmerbonsai
grundsätzlich die Über-winterung in weniger warmen Räumen
oder dort, wo zumindest nachts die Temperatur etwas absinkt.
In Wohnräumen mit sehr trockener Luft sollten möglichst
großzügig bemessene, mit Granulat befüllte Unterschalen
verwendet werden, die beim Gießen mit angefeuchtet werde. So
entsteht zumindest im Bereich der Pflanze etwas Luftfeuchtigkeit.
Dazu sei erwähnt, dass viele Unterschalen nicht vollkommen
wasserdicht sind. Wichtig: keine Pflanze steht gern im
Luftstrom der Heizung! Wenn Sie bei trockener
Luft sehr regelmäßig die Blattunterseiten mit (weichem)
Wasser besprühen, verringern Sie deutlich die Gefahr
eines möglichenBefalls durch Spinnmilben u.a. Schädlinge!
Wenn die Fensterbank schön breit ist, sollte der Bonsai so weit wie
möglich entfernt von der heißen, aufsteigenden Luft, direkt an der
Scheibe stehen. Eine schmale Fensterbank direkt über einem heißen
Heizkörper ist für alle Pflanzen geradezu lebensfeindlich! Abhilfe:
ein breites Brett auf die Heizung legen.


UNSERE BONSAIERDE
wird nach japanischem Vorbild und eigenem Rezept  aus Eifellava, Zeolith (ebenfalls vulkanischen Ursprungs) und nur mit einem geringen Torfanteil angemischt. Dieses grobkörnige Substrat ist anderen, industriell produzierten sogenannten Bonsaierden hoch überlegen, weil es über Jahre das Gießwasser auch bei trockenem Boden gut annimmt, durch eine perfekte Durchlüftung die Wurzelbildung fördert und Staunässe kaum zulässt. Nicht zuletzt sieht die Erde gut aus; sie  ist im feuchten Zustand dunkel und verrät uns, dass es wieder Zeit zum Gießen ist, wenn sie gerade überall etwas heller geworden ist.

GIESSEN
Sie möglichst immer erst dann, wenn es wirklich nötig ist, aber nicht viel später. Lassen Sie den Boden niemals (!) ganz austrocknen! Zum Gießen ideal geeignet sind Ballbrausen aus Gummi mit einem Metallbrausenkopf, deren feiner Regen den Boden leicht benetzt und ihn nicht wegspült (gibt es bei uns in zwei Größen). Überbrausen Sie damit die ganze Erdoberfläche mehrfach und solange, bis überschüssiges Wasser abläuft.  Sprühflaschen sind zum Gießen (außer für Minitöpfe) kaum geeignet. Bonsai brauchen bei warmer, trockener Luft eventuell alle ein bis zwei Tage reichlich Wasser, bei kühler und feuchter Luft auch mal deutlich seltener.

BONSAIDÜNGER
für Zimmerbonsai gibt es als Flüssigdünger (selten, weil unpraktischer)oder als Langzeitdünger in Tablettenform. Beide sollten stickstoffarm und überwiegend organischen Ursprungs sein, das heißt langsam und schonend wirkende Naturdünger. Verwenden Sie keinen Blumendünger oder andere reine Mineraldünger (es ist eine evtl. Bodenversalzung oder sogar Wurzelverbrennungen möglich!). Geben Sie Bonsai-Flüssigdünger im Sommer wöchentlich, im Winter monatlich und in der übrigen Zeit alle 14 Tage ins Gießwasser. Im Freien wird Flüssigdünger von starken Regenfällen leicht ausgewaschen. "BIOGOLD"-Langzeitdüngetabletten geben bei jedem Überbrausen und draußen bei jedem Regen Nährstoffe ab und wirken etwa 2-3 Monate. Ihre Dosierung hängt vom Durch-messer des Topfes ab (z.B. Größe 20 x 30 cm : etwa 25 Tabletten im Sommer ; im Winter halb so viele).
                                                                                                                                                     
WEITERE GESTALTUNG
Auch wenn die Form Ihres Bonsai schon mehr oder weniger perfekt sein mag, so ist er doch nie komplett "fertig", weil er ja weiter wächst. SIE bestimmen die weitere Entwicklung der Baumform und –größe, indem SIE ihren ganzjährig wachsenden tropischen Bonsai  auch ständig beschneiden und so sein Wachstum lenken. Das Resultat wird ein buschiger, kompakter Baum mit kleinen Blättern sein. Wie Sie das hinkriegen, zeigen wir Ihnen gern unentgeltlich, wenn Sie zu uns kommen können, mit Baum oder ohne. Und wenn Sie doch mal etwas zu gründlich geschnitten haben sollten: es wächst wieder nach...Wenn Sie dagegen zu selten, zu halbherzig oder gar nicht schneiden, wird der Baum bald stakselig und struppig und wird von unten her kahl werden. Also: nur Mut! Es geht im Prinzip darum,         dass jeder von den kleinen Neuaustrieben, die sich bald nach dem letzten Schnitt im Außenbereich der Äste gebildet haben frühzeitig beschnitten wird,  also nach wenige Zentimetern  bzw. nach 2 bis 3 Blättern oder Augen. Man nennt dies "Pinzieren". Warten Sie also nicht solange, bis die Zweige 10 cm lang sind. Und: lassen Sie nur dann ein längeres Stück von den Zweigen stehen, wenn das an dieser  Stelle wirklich sinnvoll ist. Haben Sie dabei den Umriss der gesamten Baumkrone oder der betreffenden Astetage im Auge und schneiden Sie Gehölze mit wechselständig stehenden Blättern, wie z.B. Ficus-Arten  und auch Orangenjasmin so, dass das äußerste Blatt eines jeden Zweiges, also das letzte, was unmittelbar vor dieser Schnittstelle noch stehen bleibt, von der Mitte des Baumes gesehen nach außen und vielleicht etwas nach unten zeigt. Auf diese Weise bestimmen Sie die Wuchsrichtung des künftigen Neuaustriebs.

AUSLICHTEN UND DRAHTEN
Ziel der Gestaltung ist keinesfalls eine möglichst dichte, undurchdringliche Baumkrone mit vielen dünnen Ästen, sondern ein natürlich erscheinender Wuchs mit wenigen kräftigen Ästen, die sich im äußeren Bereich fein verzweigen. Dazu werden regelmäßig Zweige heraus-geschnitten oder mit Draht korrigiert, die z.B. direkt nach  oben oder innen wachsen, zu mehreren an einer Stelle entspringen oder parallel verlaufen. Lassen Sie sich das von uns mal zeigen, studieren Sie Fachbücheroder besuchen Sie eins unserer Gestaltungsseminare für Anfänger (Sonntagmorgens). Machen Sie mehr aus Ihrem Bonsai – wir helfen Ihnen gern dabei.

HILFE BEI PFLEGEFEHLERN
erhalten Sie selbstverständlich von uns als Ratschlag oder praktische Hilfeleistung, wenn Sie uns anrufen oder mit dem Problemfall einfach vorbeikommen. Nach einem Standortwechsel, im Herbst, aber oft auch zum Ende des Winters werfen immergrüne Gehölze einen Teil ihres Laubes ab. Das kann mal extrem ausfallen und ist solange normal, wie an den Spitzen der Zweige jeweils noch ein oder zwei Blätter stehen bleiben. Prüfen Sie im Zweifelsfall gerade im Winter, ob der Baum hell genug steht und ob die Feuchtigkeit stimmt.

WICHTIGER TIP: SOFORTHILFE
für tropische Zimmerbonsai bei Pflegefehlern jeder Art: besprühen Sie den Bonsai möglichst bald mit Wasser und stellen Sie ihn dann sofort unter einen dicht abschließenden, transparenten Folienbeutel! Täglich etwa 30 Minuten lüften, dann wieder ein-sprühen und abdecken. Eventuell mehrere Wochen  bis zum Neuaustrieb so abgedeckt stehen lassen.  
Wenn die Blätter eines Zimmerbonsai plötzlich ihren Glanz verlieren, wenn junge Blätter wellig oder schrumpelig austreiben oder schnell wieder abfallen, liegt fast immer ein Befall durch mikroskopisch kleine Spinnmilben vor. Transparente und klebrige Flecken auf den Blättern deuten auf Woll- oder Schildläuse hin. Hier helfen gänzlich  ungiftige, aber zuverlässige paraffinölhaltige Mittel (Im Fachgeschäft beraten lassen!).

UMTOPFEN / WURZELSCHNITT
Etwa alle zwei Jahre zwischen März und Mai sollten ein Teil der Erde erneuert und lange Wurzeln zurückgeschnitten werden. Bei unsachgemäßem Vorgehen  kann dies schlimme Folgen haben! Wir erledigen das Umtopfen für Sie fachgerecht, günstig und schnell (kleine Bonsai sofort, größere besser dalassen), wir beraten Sie dabei, ob ein größeres Gefäß wirklich erforderlich ist und sehen mal nach dem Rechten...
Ganz wichtig: wir können nur dann gleich an die Arbeit gehen, wenn die Erde ziemlich trocken ist!!!
Übrigens: wir machen außerdem Gestaltungsarbeiten nach Ihren Wünschen und übernehmen Ihre Bonsai - Urlaubs- und Krankenpflege – und das alles für wenig Geld. TESTEN SIE UNS!  Und: vielleicht haben Sie ja auch mal Lust, an einem Bonsai-Gestaltungsseminar an einem Sonntagvormittag teilzunehmen…


 
Göttinger Landstr.73 30966 Hemmingen Tel (0511) 323258 Mo - Fr 10 - 17 Uhr Sa 10 - 13 Uhr

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